Premiere!.

 

Mein erstes Wochenende nicht zu Hause! =D.

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Ich blieb mein erstes Wochenende über in Gronau und fuhr nicht in die alte Heimat, am Rhein. Für mich ein neuer Schritt auf dem Weg des Wachstums.

Um mir das Heimweh zu vertreiben habe ich viel unternommen.

Ich bekam Besuch von einem Bandkollegen.

Wir Frühstückten im letzten Sonnenschein des Jahres,  auf meinem Balkon.

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Kochten lecker Essen am Abend bevor es weiter zum Konzert an meiner Uni ging.

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Tagsüber besuchten wir in Gronau das Rock&Pop Museum.

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Es gab sogar eine Trance-Glocke! Vorher noch nie gesehen geschweigeden gehört, doch wenn man unter das Teil geklettert ist hats einen umgehauen. Das war wirklich mal „dolby surround“!. Daneben lag die erste handgeschriebene Version von Peter Bursch´s Gitarren Buch, mit dem wohl schon viele Neulinge anfingen sich mit diesem Instrument vertraut zu machen, inklusive meinerseits.

 

Entzükende Tanz-Beschreibung  inklusive!.  Frei nach dem Motto : „How to dance“ oder “ How to chose the right dance partner„.

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  • Man(n) beachte das Kleingedruckte.

 

Am Drilandsee war ein Stadtfest mit Blasmusik und Currywurst Pommes Rot/Weiß. Spätestens da war mir die Heimat so nah das jegliches Heimweh vergessen schien.

Der Männergesangsferein (mit ein paar Frauen!) schmetterte Hits wie : „wir lagen vor Madagaskar“  oder „Veronika der Lenz ist da“ und nicht zu vergessen „Auf der Reeperbahn nachts um halb ein “ =D

An diesem aufdringlichen Maskottchen kam ich leider nicht vorbei….also ….Freundliche Miene zu bösem Spiel!.

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Eine Zimmerpflanze habe ich jetzt auch, das heißt also, so langsam wirds ernst! =D ob ich hier genauso wurzeln schlage wie diese Pflanze? Wir werden sehen.

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Gronau hat also einiges zu bieten, und wenn es nur der Ruf der Kriminellsten Stadt Deutschlands ist.

„Hey, im living in the dangerous place ever man!”

Wenn das keinen Eindruck schindet, bei wem auch immer, dann weiß ichs auch nicht =D.

Holland !

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Ja, es ist ja jetzt schon eine Weile offiziell.

Ich habe den Sprung zu unseren Nachbarn gewagt, um dort meinen Bachelor of Music im Bereich Pop Gesang zu machen.

Die letzten Wochen waren daher sehr aufregend und nervenaufreibend. Ich fasse sie daher für euch und mich einmal zusammen.

Ich bekam vor gut 2-3 Monaten die Zusage von der Popacademy in Enschede, das ich die Einstellungstests bestanden und somit einen Studiensplatz ergattert habe.

Darauf folgte ein Monat der Panik, bis ich mich wirklich auf die Idee von Holland einließ. Bei der Bewerbung an der Uni hatte ich nämlich nicht wirklich damit gerechnet angenommen zu werden.

Dann ging alles sehr schnell und ich musste zügigste eine Wohnung in Enschede finden. Da ich sehr spät dran war, wurde daraus nichts und ich war schon leicht am verzweifeln, bis ich durch Zufall bei Ebay ein WG Zimmer in Gronau (Deutsches kleines Dörfchen an der Grenze – 10 min mit dem Zug bis nach Enschede)  fand. Das Resultat ist nun ein Zimmerchen auf dem Land, auf einem alten Bauernhof, mit Schafen vor der Balkontür. -> Ich wollte schon immer mal auf einem Bauernhof leben – passt also.

Ende August startete dann die „Introduktion week“. Übersetzt: Einführungswoche, oder eher, hardcore socalising mit allen anderen Studenten, viel Gerede von der Uni und jeden Abend ein kostenloses Konzert, in der angrenzenden Konzerthalle der Uni, oder eine Party.

Während dieser Zeit bekam ich vom Institut für Musik in Osnabrück auch Bescheid, dass ich dort eine von 5 weiteren Auserwählten sei, die anfangen dürften dort zu studieren.

Mein Dilemma nahm Gestalt an. Welche Uni soll ich bloß nehmen?

Die letzten zwei Wochen waren daher ein unentschlossenes Abwägen zwischen zwei guten Optionen. Ich war weder in Holland noch in Osnabrück ganz da und kam nirgends so recht an. Ich hatte Angst, die falsche Entscheidung zu treffen, was viele sicher nachempfinden können. Ich sollte mich schließlich für die nächsten 4 Jahre entscheiden. Nebenbei gesagt dachte ich auch nicht, in Osnabrück angenommen zu werden, doch wurde wieder eines Besseren belehrt.

Nachdem ich mich in der letzten Woche in Enschede entschuldigen ließ und einen Blick nach Osnabrück warf, dort hin fuhr, mit Leuten sprach etc. und etliche Pro-Kontra-Listen erstellte entschied ich mich, weil ich mit meinem Kopf nicht mehr weiter kam, aus dem Bauch heraus.

Den Entscheidungsprozess bis dahin fand ich sehr spannend. So wie es in meinem Kopf aussah, so sah mein WG Zimmer aus. Chaotisch. Ein Freund meinte „Räum doch deine Bude erst mal auf, entspann dich und vielleicht kommt dann die Erleuchtung“ und so war es auch. Jeh mehr ich im Außen aufräumte, desto ruhiger und sortierter wurde es in mir selbst. Dann fragte ich mich selbst:“ Wie wäre es wenn du in Enschede aufhörst und in Osnabrück anfangen würdest und wie würde sich das anfühlen.“ Keine Antwort. Ich fragte mich weiter: „ Wie wäre es wenn du in Osnabrück absagen und hier bleiben würdest? Wie fühlte sich das an?“ und auf einmal war es ganz klar. Kribbeln im Bauch, Euphorie und Glücksgefühle mit einem Lächeln im Gesicht. English war die Frage: „should I stay or should I go? “Beantwortet.

Frei nach dem Motto: „Alle großen Entdeckungen werden von denen gemacht, die mit dem Gefühl ihrem Denken voraus sind“ von C.H. Parkhurst, entschied ich mich für Holland (Enschede). Auch wenn das nun bedeutet von jetzt auf gleich eine zweite Fremdsprache zu lernen und fast dreifach so viel Studi-Gebühren zu zahlen (pro Semester 1000 Euro) bin ich sehr froh über diese Entscheidung und das nächste Abenteuer das nun damit beginnt.

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Die Holländer mit ihrer offenen und hilfsbereiten liebenswerten Art haben es mir auch leichter gemacht mich dafür zu entscheiden. Die anschließende Resonanz über mein Bleiben, von meinen Mitstudenten, hat mich auch sehr berührt.

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Mein Heimweh ist dennoch groß. Es sind immerhin 4 Stunden mit dem Zug nach Hause und all die Bekannten, Freunde und Familien sind durch die Entfernung nicht mehr so leicht zu sehen, doch es ist für mich ein Abschied auf Zeit. So wie fast jeder Abschied.